Deutsches Rotes Kreuz OV Freiberg a. N.

Chronik des Altenclub Beihingen

Altenclub Die Chronik

(Aufgezeichnet von Heinrich Joos)

Als im Jahr 1967 die damalige Kreissozialleiterin Friedel Seitz auf unsere Helferinnen zukam und sie animierte einen Altenclub zu gründen, war zunächst eher Skepsis als Begeisterung bei uns. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie wir diese Idee im Dienstabend diskutierten. So ein Altenclub sei sicher etwas für die Stadt, aber bei uns auf dem Land würde so etwas nicht funktionieren. Trotzdem kam man überein, so einen Altenclub einmal anzusehen.

Also fuhr eine Delegation nach Kornwestheim, wo Frau Seitz einen solchen Club bereits installiert hatte.

Der Eindruck von diesem Nachmittag war so positiv, dass wir es auch in Beihingen wagten, einen Altenclub zu beginnen.
Dieser wurde am 21.11.1967 in unserem Rot-Kreuz-Heim am Wasen durchgeführt. Mit der Unterstützung von Frau Seitz wurde dann den Teilnehmern erklärt was so ein Altenclub ist, was man erreichen will und wie er durchgeführt werden soll. Dabei gelang es Frau Seitz die Anwesenden so von der Idee zu begeistern, dass von da an jeden Monat ein Clubnachmittag abgehalten werden konnte.
Im ersten Jahr waren es dann immer so 40-45 Personen bei den Nachmittagen. Aber schon nach zwei Jahren wuchs die Teilnehmerzahl auf über 60 Personen an, und in unserem Heim wurde es manchmal ziemlich eng. Besonders bei den Weihnachtsfeiern, bei denen immer ein umfangreiches Programm geboten wurde, war unser Heim zu klein. So führten wir dann die Weihnachtsfeiern in der TSV-Halle durch und zwar nicht nur wegen des Platzes für die Alten, sondern vor allem um ein festliches Programm gestalten zu können. Trotzdem wurde es in unserem Heim immer enger. Man versuchte dann, den Altenclub in zwei Gruppen zu teilen, was sich aber als nicht gut erwies und so sahen wir uns nach anderen Räumen um, die für unsere Nachmittage geeignet wären. Nach Verhandlungen mit der inzwischen gegründeten Gemeinde Freiberg konnten wir dann den Musiksaal der Flattichschule benutzen, der mit seiner Größe und der dazu gehörenden Schulküche ideal für unsere Zwecke ist. Er ist bis heute Heimat des Altenclubs geblieben.

Nun, was wollten wir mit dem Altenclub erreichen?

In erster Linie soll den alten Menschen einmal im Monat die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Viele sind allein und deshalb möchten wir erreichen, dass sie nicht ganz in der Einsamkeit versinken. Wir versuchen deshalb mit einem Programm, das auf unsere Gäste zugeschnitten ist, die Nachmittage interessant, unterhaltsam und gemütlich zu gestalten. Unsere Teilnehmer sollen das Gefühl haben, dass sie trotz Ausscheidens aus dem Berufsleben und trotz mancher körperlichen Beschwerden noch dazugehören und nicht ganz vergessen sind.

Natürlich spüren auch wir, dass sich die Zeiten ändern. War es früher einfacher z.B. von der Bundesbahn oder Lufthansa Werbeleute zu interessanten Vorträgen mit Filmen oder Dia-Schauen zu bekommen, so wird dies heute zunehmend schwieriger.
Trotzdem glaube ich, dass wir auch heute noch ein anspruchsvolles Programm bieten können.
Dabei können wir uns immer auf die Helferinnen und Helfer sowie des JRK unseres Ortsvereines verlassen. Besonders bei Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen unterstützen sie uns tatkräftig.

Als derzeitiger Leiter unseres Altenclubs bin ich dankbar, dass es in weit über 30 Jahren immer Menschen gab und gibt, die diese Einrichtung betreuen. Zwar gab es immer wieder Wechsel, die zum Teil berufsbedingt, aber auch alters- oder gesundheitsbedingt waren. Jedoch waren immer Menschen da, die sich ehrenamtlich im Altenclub engagierten. Sie helfen nicht nur, nein sie denken auch mit und helfen bei der Planung. So hat unser Altenclub die vergangenen 35 Jahre recht gut überstanden.
Am Anfang als es noch der einzige Altenclub im Bereich des heutigen Freiberg war, stand er unter der Leitung unseres unvergessenen Otto Riedel, der leider allzu früh verstarb. Danach hatte meine Frau, Anneliese Joos, für 10 Jahre die Leitung übernommen. Von ihr übernahm es bis April 1997 Frau Lotte Freudl. Seit Mai 1997 habe ich die Leitung des Altenclubs.
Unser Altenclub zählt heute über 70 Mitglieder. Erfreulicherweise sind die Mitgliederzahlen nicht rückläufig. Obwohl es immer mehr alte Menschen gibt, wollen die heutigen Senioren nicht alt sein. Viele sind Gott sei Dank noch rüstig und glauben, noch nicht zum Altenclub zu gehören.

Trotzdem hoffen wir, dass immer wieder Menschen den Weg zu uns finden und wir versprechen, uns zu bemühen, sie einmal im Monat all die Sorgen und Nöte, die nun einmal im Alter kommen, für einen Nachmittag vergessen zu lassen.